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ALLES RUND UMS MINIGOLF

  

Die Geschichte des Minigolfs

 Ursprünge des Golfspiels

Die Geschichte des Minigolfs ist nur dann einigermassen übersichtlich aufzuzeichnen, wenn man gleichzeitig einen kurzen Blick auf die Geschichte und Entstehung des Golfs wirft. Ohne Golf wäre man kaum auf die Idee eines "kleinen Golfs", des Minigolfs, gekommen.

So beliebt Minigolf in der ganzen Welt ist, es ist eine junge Sportart, jung jedenfalls im Vergleich zum Golfspiel. Die Ursprünge des Golfs reichen zurück bis ins 15./16. Jahrhundert. Damals wurde Golf in Schottland aktenkundig. Allerdings gibt es unter den Gelehrten unterschiedliche Auffassungen darüber, woher das Golfspiel nun tatsächlich stammt. Auch die Chinesen melden Urheberrechte an. Man dürfte aber bestimmt nicht falsch liegen, wenn man Schottland und England als "die" Heimat des Golfs ansieht. Gespielt wurde es mit keulenähnlichen Schlägern und mit Federn ausgestopften Bällen. Erst Ende des vergangenen Jahrhunderts erfand man Hartgummibälle. Heute wie vor Hunderten von Jahren gilt es beim Golf wie beim Minigolf, den Ball mit einem Schläger mit möglichst wenig Schlägen ins Loch zu befördern. Dies ist das ganze Geheimnis des Golfsports.

Für eine Golfanlage mit 18 Löchern benötigt man rund 50 ha Land. Dies und zum Teil auch die Kosten für die Anlagen, aber auch die Tatsache, dass nur der Mitglied eines der arrivierten Golfclubs werden konnte, der über gesellschaftliches Ansehen und Geld verfügte, waren die Gründe für die Idee eines "kleinen Golfspiels". Es sollte ein "Jedermanns-Golf" werden, das man ohne grössere Ausgaben für Ausrüstung und Material spielen kann.

Der Gedanke eines im Massstab verkleinerten Golfs aber reicht fast genausoweit zurück. Man erzählt sich, dass bereits im 16. Jahrhundert in der Heimat des Golfs, in Schottland, Golf-Caddies nach Übungsmöglichkeiten für ihre meist aus vornehmen Familien stammenden Spieler gesucht hätten, sobald die eigentliche Runde auf dem Golfplatz zu Ende war. Die Caddies hätten deshalb auf dem Grün Löcher in den gepflegten Rasen gegraben, damit die Spieler hier das Putten des Balles auf dem Grün, trainieren konnten. Diese Trainingslöcher, genannt auch „practice putting greens“, wurden bald auf allen Golfplätzen eingerichtet, nicht nur in Schottland oder England. Später schuf man solche auch selbständig irgendwo, getrennt von den Golfplätzen am Stadtrand oder in der Stadt. Darauf aufbauend entstand eine andere Art von Trainingsgrün Anfang dieses Jahrhunderts in den USA. Ein weiterer Schritt zum heutigen Minigolf, selbst wenn der Weg noch weit sein sollte, denkt man an Minigolf auf sportgerechten und genormten Bahnen. Was damals in den Vereinigten Staaten und in Kanada das Training und vor allem grössere Übungsmöglichkeiten für die vielen Millionen Golfspieler schaffen sollte, nannte man "Clock-Golf".

Clock-Golf deshalb, weil im "Uhrzeigersinn" rund um ein Grün Spielbahnen auf dem Rasen, sogenannte Fairways, angelegt wurden. Auf diesen konnten bis zu 12 Spieler das Putten üben. Man könnte sagen, auch eine Art Minigolf. Doch es blieb bei diesen Ansätzen. Sportliche Tendenzen gab es beim Clock-Golf nicht, obwohl die Bahnen mehr und mehr mit Schwierigkeiten, Hindernissen bzw. Bunkern angereichert wurden. Es dauerte gar nicht lange, bis diese "Clock-Golf-Anlagen" in Bahnen, Abschlag, Hindernis und Löcher aufgeteilt wurden.

Golfvarianten
Zu jener Zeit, in den Jahren zwischen 1920 und 1930, sind sowohl im Golf-Mutterland England als auch in den USA erste Ansätze eines wirklichen Golfspiels auf Bahnen, eines Kleingolfs, festzustellen. Ein Reisebericht schildert Eindrücke des Kleingolfs, das sich damals in England entwickelt hatte. Genannt wurde es Midget-Golf (midget=Zwerg), eine Bezeichnung übrigens, die sich bis heute in einzelnen Ländern gehalten hat. Gespielt wurde auf Bretterbahnen mit Schlägern und Bällen, die Bahnen waren zum Teil mit Linoleum belegt. Die Hindernisse waren Phantasiegebilde, Türme, Figuren o.ä. Zum Teil waren diese Bahnen in Hallen verlegt, man nannte es "Miniatur-Indoor-Golf".

In Amerika entstand ein Klein-Golfspiel, das sich durch Windmühlen und Scheunentore, Märchenfiguren und Disney-Einfälle auszeichnete. Die New Yorker John Ledbetter und Drake Delanoy bauten in den 20er Jahren eine Kleingolfbahn in Manhatten. In den USA wird ein als eigentlicher Pionier und Erfinder des dortigen Kleingolfs "amerikanischer Prägung" Gernet Carter aus Chattanooga in Tenessee angesehen. Dieser entwarf und baute 1927 seinen ersten Kleingolfplatz für die Gäste seines Hotels.

Der "Miniatur Golf Course" ist aber nicht zu verwechseln mit dem Miniaturgolf europäischer Art, das erst 1956 in Deutschland entstand. Carter liess sein Golfspiel unter den Namen "Tom Thumb Golf" patentieren. Dies hiess etwa so viel wie "Toms Schläger Golf". Das Spiel breitete sich in den Jahren darauf sehr schnell im Süden der Vereinigten Staaten aus. Dadurch sah sich Carter 1930 veranlasst, sein Patent für die stolze Summe von 200 000 US-Dollars an das Unternehmen Patterson in Pittsburgh zu verkaufen. Ende 1930 ging die Zahl dieser Kleingolfanlagen bereits in die Tausende. Im folgenden Jahrzehnt entstanden rund 30 000 solcher Bahnen.

Diese Vorläufer der heute zu Tausenden in aller Welt bestehenden genormten und turniergerechten Minigolf Sportanlagen kannte man als Kleingolfplätze zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland und Skandinavien. Es waren Spielplätze ohne jegliche Normungen. Der Phantasie wurde von Fall zu Fall freier Lauf gelassen. Wer kennt sie nicht, die allein auf Zufall und Geschicklichkeit abgestellten Phantasiebahnen, die es heute noch mancherorts gibt. Diese hatten die ausgefallensten Hindernisse wie Windmühlen oder Gartenzwerge, Autoreifen oder Kirchtürme. Doch diese Anfänge des Kleingolfs haben mit dem Minigolfsport von heute genausowenig zu tun wie die Schiessbudenknallerei auf dem Jahrmarkt mit Schiesssport als olympischer Disziplin.


Genormtes Minigolf

Aufbauend auf diesen Vorläufern und inspiriert durch die Vielzahl der unterschiedlichsten Kleingolfplätze schlug die eigentliche Geburtsstunde des Minigolfsports aber erst viele Jahre später: 1953 in der Schweiz. Paul Bongni hatte bereits 1951 die Idee gehabt, einen genormten Golfplatz für jedermann zu bauen. Von da an wurden Pisten gebaut und Hindernisse, diese umgeformt, abgerissen und neu konstruiert, auch Tests mit Grasboden und Tennissand wurden vorgenommen. 1953 errichtete der Schweizer Gartenarchitekt dann in einem kleinen Waldstück namens Bosco Isolino nahe der Tessiner Stadt Locarno, unweit vom Ufer Lago Maggiore gelegen, nach seinen Plänen den ersten aus 18 Pisten bestehenden Minigolfplatz.

Als Paul Bongni Ostern 1954 seinen Jedermann-Golfplatz in Locarno eröffnete, machte er sich nicht nur die Erfahrungen der diversen Kleingolf-Spielarten zunutze, er zog vor allen Dingen aus den Fehlern und Unzulänglichkeiten der Phantasiebahnen wertvolle Lehren. Zunächst einmal befolgte Bongni die vom Golf bekannten Grundsätze des sportlichen Spiels: Auf 18 Bahnen muss ein Ball mit einem Schläger vom Abschlag über eine bestimmte Entfernung und einige Hindernisse in ein Loch geschlagen werden. Die natürlichen Hindernisse des Grossgolfs ersetzte Bongni durch künstliche Aufbauten. Auf diese Weise waren Golf und Minigolf nach denselben sportlichen Gesichtspunkten zu spielen.

Seine Bahn liess er sich patentrechtlich schützen; er gab ihr den Namen "Minigolf" und schuf damit die Voraussetzung, dass auf der Basis seines Systems baugleiche Anlagen überall nach denselben Kriterien und Massen angelegt werden konnten. Man erzählt übrigens, der Schweizer sei durch die Clock-Golf-Anlagen eines Amerikaners an der Riviera inspiriert worden.

Die Geschichte des Minigolfs wurde durch diese Minigolfbahnen deshalb so massgeblich beeinflusst, weil alle 18 Pisten einer Anlage genormt waren, d.h, sie waren so konzipiert, dass der Spieler jede Bahn, bei gehöriger Übung natürlich, mit einem einzigen Schlag, einem As, bewältigen konnte. Und das war der massgebende Unterschied zu den Kleingolfplätzen der 30er Jahre in Deutschland, Skandinavien oder Amerika. All das, was man bis dahin mit Kleingolf verband, das gartenzwergähnliche Spielchen, gab es nun nicht mehr. Sogar Stilisten bescheinigten später, die Minigolfbahnen und -hindernisse seien eindeutig und klar in Linienführung und Formgebung, einfach und sportlich zweckgebunden. Hier gebe es keine Burgen, Zuckerhüte oder Gartenzwerge. Aber Minigolf stellte auch nicht nur lediglich eine Verkleinerung oder Verniedlichung des Gross-Golfs dar, wie das noch bei den Putting-Greens der Fall war.

Anlagen, zunächst in Form von Bongnis Minigolf, trat seinen Weg in alle Welt an, erfolgreich bis in die heutige Zeit. Der ersten Minigolf-Sportanlage in Locarno folgten schon bald ein zweiter Platz im Nachbarstädtchen Ascona, weitere in den umliegenden Fremdenverkehrszentren und Urlaubsorten am Lago Maggiore und am Luganer See. 18 waren es bald innerhalb eines Jahres.

Von hier aus wurde der Minigolf-Gedanke sehr bald auch in die umliegenden Länder getragen, nach Italien, Deutschland und auch Österreich. Ende 1962 existierten schon rund 120 Sportanlagen in Europa.

Die einen sagen, es war ein Zufall. Andere dagegen, es musste halt so sein. Der Traben-Trarbacher Dr. Walter Spier, Chefarzt des dortigen Krankenhauses, hatte anlässlich einer Reise mit seinem Traben-Trarbacher Fussballclub in die Schweiz von Bongnis Jedermann-Golfplatz gehört und bald Minigolf schätzengelernt. Als sich Dr. Spier im Jahre 1955 entschloss, auch in Traben-Trarbach einen solchen Minigolfplatz zu bauen, dachte der Arzt selbstverständlich in erster Linie an eine willkommene Abwechslung für die Patienten seines Krankenhauses und nicht im Traum daran, dass er damit in Deutschland Pionier einer ganzen Sportbewegung werden sollte. Jahre später unterstrich dies auch Minigolf-Erbauer Bongni, indem er meinte, es sei besonders seinen deutschen Sportsfreunden zu verdanken, dass Minigolf über den Freizeit- und Familiensport zu einer echten sportlichen Entwicklung gefunden habe. Doch sollte es bis dahin noch einige Jahre dauern.


In Hamburg wurde 1956 Miniaturgolf erfunden

Während die Schweizer für sich das Recht in Anspruch nehmen dürfen, das erste genormte und für ein Lizenzverfahren geeignete Minigolfsystem konstruiert zu haben, hat Deutschland an der Entwicklung des Bahnengolfs durch die Erfindung eines anderen Bahnengolfsystems massgeblichen Anteil. Auch hier gingen Überlegungen dahin, aus dem vorhandenen Wirrwarr der unterschiedlichsten Kleingolfplätze herauszukommen, um Voraussetzungen für eine geregelte sportliche Betätigung, wenn auch zunächst nur im Freizeitbereich, zu schaffen.

Kurze Zeit nachdem in Traben-Trarbach die erste Minigolfanlage eröffnet worden war, schuf im Jahre 1956 eine Hamburger Firma ein anderes genormtes Bahnengolfsystem. Von einer Skandinavien Reise im Jahre 1956 brachte der Hamburger Geschäftsmann Albert Rolf Pless die Idee für seinen Miniatur Golf Platz mit. Er entwarf seinen aus 18 Bahnen mit Hindernissen bestehenden Miniatur Golf Platz ebenfalls nach dem sportlichen Prinzip des Golfspiels, vom Abschlag war ein Ball über oder durch Hindernisse ins Loch zu schlagen. Diese Hamburger Miniatur Golf Anlage unterschied sich vom schweizerischen Minigolf ganz erheblich. Wenn auch der Prototyp aller Miniaturgolfanlagen noch eine Betonbahn war, so war diese Bahn doch in den Abmessungen wesentlich kleiner als eine Minigolfpiste. Die auf der Basis dieser Anlage weiterentwickelten Bahnen bestanden dann aber nicht aus festmontierten Betonpisten mit Natursteinaufbauten als Hindernissen, sondern aus transportablen Fertigteilen.

Die in Eisenwinkelrahmen verlegten Asbestzement Platten (Eternit) waren vor allem frost- und witterungsbeständig, schlag- und trittfest. Zwangsläufig waren die Abmessungen für eine solche transportable Bahnengolfanlage kleiner als die der Minigolfbahnen. Pless liess für seinen Bahnentyp die Hindernisaufbauten nach Art- und Formentwürfen der Hochschule für bildende Künste in Hamburg entwickeln. Die Bahnbezeichnung "Miniatur-Golf" wurde gesetzlich geschützt.

Der Hamburger Geschäftsmann nahm die erste Miniatur-Golf Anlage 1956 in Hamburg in einem Freizeitpark in Betrieb. Diese galt nicht nur wegen ihres grosszügig und parkartig angelegten Grundrisses lange Zeit als die schönste überhaupt. Bald zählte man 70 000 Spieler in einer Saison. 150 000 Spieler waren es 1960 auf 5 Hamburger Miniaturgolfbahnen.


Minigolf /Miniaturgolf -zwei feindliche Brüder

1954 baute Paul Bongni die ersten vier Anlagen, zuerst in Locarno und Ascona, sofort darauf in Lugano und Bellinzona. Bald entstanden Vereine, der Minigolf-Club Locarno war der erste Club in Mitteleuropa überhaupt. 1955 wurde die noch heute bestehende "Federazione Ticinese Minigolf" ins Leben gerufen und die erste Tessiner Meisterschaft ausgetragen.

In Zürich wurde 1957 als Nationalverband der Schweizerische Miniaturgolf Verband (SMGV) gegründet. 1962 kam der Schweizerische Minigolf Sport Verband (SMSV) hinzu. Es muss als Kuriosum erwähnt werden, dass in der Schweiz das Entstehen zweier Verbände nichts mit dem Bahnengolfsystem zu tun hatte, wie dies in anderen Ländern der Fall war, sondern auf personelle Differenzen zurückzuführen war. Teils waren Clubs mit Bongni-Bahnen Mitglied im Miniaturgolf-Verband, teils Miniaturgolf-Clubs Mitglied im Minigolfverband. Auch dies dokumentiert die Schwierigkeiten, die der Bahnengolfsport in seinen Anfangsjahren zu bewältigen hatte.

So war es kein Wunder, dass sich die feindlichen Brüder erst 1966 näherkamen. 1969 wurde sogar ein Dachverband gegründet, doch war die Zeit für die praktische Arbeit wohl noch nicht reif. Die europäischen Bahnengolf Bestrebungen zur Vereinheitlichung führten 1978 zur Gründung des Schweizerischen Pistengolf-Sportverbandes (SPGSV) und der Auflösung der bisherigen Systemverbände. Der Zentralpräsident stand damit allen Bahnengolf-Clubs der Schweiz vor. Der SPGSV zählte 52 Vereine und ca. 900 Aktive.


Internationale Minigolf Wettbewerbe

Die internationalen Kontakte der Minigolfsportler gehen auf das Jahr 1955 zurück. Damals trafen sich Minigolfer aus Deutschland, Österreich und Italien zum ersten Male bei einem internationalen Turnier in Yverdon anlässlich der Schweizer Meisterschaften. Die Deutschen Meisterschaften 1956 sahen auch Schweizer Spieler am Start. Im Jahr darauf war Basel Treffpunkt der europäischen Minigolfer. 1958 schliesslich war Körbecke am Möhnsee Gastgeber. Es war der letzte Vorläufer der Europameisterschaften, denn hier beschloss man, 1959 in Italien eine Minigolf-Europameisterschaft zu veranstalten.

Nach 5 Jahren also trafen sich 1959 im italienischen Gardone die Minigolfer Europas, vorerst freilich nur aus der Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich zur ersten Minigolf-Europameisterschaft. Dass dabei ein Schweizer den EM Titel gewann, ist eigentlich fast eine Selbstverständlichkeit, während Deutschland bei der Titelvergabe noch keine Rolle spielte. Doch dies sollte sich mit der Zeit ändern.

1960 war Österreich in Igls bei Innsbruck Gastgeber. Hier erfolgte die Gründung eines europäischen Dachverbandes, der 1964 den Namen "Fédération Internationalen Minigolf Sport" (FIMS) hiess, mit Sitz in der Schweiz.

1961 empfing Deutschland die Minigolfer zur EM. Europameister wurde ein zehnjähriger Junge aus Mailand.


Internationale Miniaturgolf Wettbewerbe

Schon zwei Jahre nach Gründung eines deutschen Miniaturgolf Verbandes fand am 27.9.1959 der erste offizielle Länderkampf statt. Gegner der nur aus Hamburger Spielern bestehenden deutschen Auswahl war die Schweiz, die auch hoch gewann.

1963 hatte Dortmund die Ehre, Gastgeber der 1. Miniatur-Golf Europameisterschaft zu sein. Hier wurde auch der europäische Dachverband für das System Miniaturgolf gegründet, die "Fédération Internationale de Golf Miniatur" (FIM) mit Sitz in Basel.

Austragungsort der zweiten Europameisterschaft im Miniaturgolf war Hälsingborg in Schweden. Hier galt es für die mitteleuropäischen Spieler, sich von den Miniaturgolfbahnen auf wesentlich längere schwedische Bahnen mit Tennisuntergrund und Holzbanden umzustellen. Deshalb grenzte es an eine Wunder, dass nicht alle EM-Titel des Jahres 1964 in Schweden blieben. Ausgerechnet bei den Herren gewann ein deutscher Spieler.

1965 ging die Miniaturgolf EM nach Holland. Der Zweikampf Schweden/Deutschland der auch diesmal für Spannung sorgte, sollte ein Dauerbrenner für die nächsten paar Jahre werden.


Bahnengolf-Europameisterschaften

1976 in Vaduz in Liechtenstein wurde die 1. Bahnengolf-Europameisterschaft in Kombination für Minigolf und Miniaturgolf vereinbart. An dieser 1. "richtigen" Europameisterschaft beteiligten sich Sportler aus 12 Ländern. An der 1. Weltmeisterschaft in Oslo im Jahre 1991 war die Schweiz grosser Dominator. Sämtliche Titel mit Ausnahme der Damenmannschaft konnten errungen werden. Im Jahre 1995 an der WM in Hard (A) nahm mit Spielerinnen und Spielern aus den USA erstmals ein aussereuropäischer Verband teil. 1997 an der WM in Studen (CH) folgte Japan. Später wurde das Teilnehmerfeld aussereuropäischer Spieler laufend erweitert.


Die Gründung des Weltverbandes

In Vaduz im Jahre 1976 rief man als Gründungsverband den "Internationalen Bahnen Golf Sport Verband" (IBGSV) ins Leben. Die Neuregelung der Bahnengolf Organisation auf internationaler Ebene fand 1980 während der dritten Bahnengolf Europameisterschaft in Hard in Österreich ihren Abschluss. 1981 gab es nur noch den "Internationalen Bahnen Golf Verband" (IBGV). Ihm gehören als Träger die jeweiligen Nationalverbände an. Die bisherigen europäischen Spartenverbände Minigolf (FIMS) und Miniaturgolf (FIM) haben sich aufgelöst. Später erfolgte die Umtaufung in World Minigolf Sport Fedaration (WMF). Im Jahre 2000 wurde die WMF in die AGFIS, die Konkurrenzorganisation zum IOC, aufgenommen. Im Jahre 2001 erfolgte (wiederum) die Gründung eines Europäischen Verbandes.

  

Grundregeln des Minigolfs für Volksspieler

Das Ziel des Minigolfsports ist es, 18 Bahnen mit möglichst wenigen Schlägen zu absolvieren. Der Ball wird von einem Punkt innerhalb des Abschlagfeldes aus geschlagen. An jeder Bahn sind maximal sieben Schläge erlaubt. Befindet sich der Ball nach dem sechsten Schlag noch nicht im Loch, so werden sieben Schläge notiert und das Spiel wird an der nächsten Bahn fortgesetzt. Ist das Hindernis nach dem dritten Schlag noch nicht überwunden, wird der Ball vor das Hindernis abgelegt und unter Anrechnung eines Zusatzpunktes von dort weitergespielt. Diese Erleichterung ist im Turniersport nicht erlaubt. Ist das Hindernis einmal überwunden, wird von dort weitergespielt, wo der Ball liegen bleibt. Befindet sich der Ball nahe an der Bande oder an einem Hindernis, so dass er kaum spielbar ist, darf er bis zur Begrenzungslinie versetzt werden.


Arten von Minigolfanlagen

Beton

Eine Betonanlage besteht aus 18 standardisierten Hindernissen.

Eine Bahn ist 12 m lang (100% Bongni). Eine kleinere Version (80% Bongni) besteht

aus 18 Hindernissen, welche geringere Masse aufweisen.

 

Eternit / T-5000


Eternit:

Eine Eternitanlage besteht aus 18 standardisierten Hindernissen mit 6,25 m Länge.

Die Hindernisse bestehen aus asbestfreien Eternitplatten.


T-5000:
Dieser Bahnentyp weist dieselben 18 standardisierten Hindernisse und Masse auf wie eine Eternitanlage. Der Unterschied besteht darin, dass die Bahnen aus Beton sind.

 

Filz
Dieser Bahnentyp besteht aus 18 standardisierten Bahnen mit Filzbelag und Holzhindernissen.
Der Parcours wird aus einer Auswahl von 30 Pisten zusammengestellt. Die Hindernisse sind bis 15 m lang

 

Sonstige Anlagentypen

Alle nicht Minigolfanlagen, welche nicht als Beton-, Eternit- oder T-5000-Anlagen genormt sind, gelten als Fantasieanlagen. Diese Anlagen bestehen aus Bahnen mit verschiedenen, nicht standardisierten Hindernissen, welche normalerweise aus Beton sind.

  

Schläger

Beim Minigolf wird grundsätzlich nur mit einem Schläger gespielt. Eine Ausnahme wird auf Beton für den Weitschlag gemacht, wo die meisten Spieler/innen einen Spezialschläger mit grösserer Abschlagfläche verwenden.

Die Schlagfläche ist mit einer Gummioberfläche beschichtet. Einerseits erhält der Ball beim Schlag mit weniger Schwung mehr Tempo. Andererseits unterstützt der Gummibelag Schnittschläge, d.h. die Übertragung von Effet auf den Ball etwa beim Eternit-Salto oder der Eternit-Doppelwelle. Die Schlägergummis sind in allen Farben erhältlich und werden von Zeit zu Zeit ersetzt, da der Gummi mit Zeitablauf härter wird.

Die Schläger unterscheiden sich nach Grösse, Gewicht und Neigungswinkel. Einzig die Grösse der Schlagfläche ist vorgeschrieben: sie darf 40 cm2 nicht überschreiten. Verboten sind Zieleinrichtungen auf dem Schläger. Erlaubt sind jedoch Kerben und Linien am Schlägerkopf.

  

Ballmaterial

Die grösste Vielfalt in Sachen Minigolf ist bei den Bällen anzutreffen. Ausser der Form unterscheiden sich die Minigolfbälle in allen Eigenschaften. Farbe, Gewicht, Oberfläche, Sprunghöhe, Elastizität und sogar die Grösse. Diese muss aber nach Turniervorschrift im Bereich von 37 und 43mm liegen. Einige Bälle sind lackiert, andere nicht. Einige Bälle haben eine glatte Lackierung, andere eine rauhe. Es ist eine richtige Faszination, diese vielfältigen Balleigenschaften kennen zu lernen. Beim Golf benötigt man einen Ball, aber eine Vielzahl an Schlägern. Beim Minigolf ist es gerade umgekehrt. Mit einem Schläger verwendet man in einer Runde mehrere Turnierbälle. Wozu aber tragen die Minigolfer eine Balltasche oder ein Köfferchen mit mehreren Dutzend Bällen mit sich herum, wo es doch nur 18 Bahnen gibt? Dies ist eine gute Frage und lässt sich ganz einfach erklären. Wie die Eigenschaftsvielfalt der Bälle vermuten lässt, steckt mehr dahinter: Es gilt nämlich, den optimalen Ball aufgrund der Bahnenanlage und den Witterungsverhältnissen auszusuchen. Ein Ball, der bei tiefen Temperaturen „top“ ist, muss es nicht mehr sein, wenn bei 30 Grad gespielt wird.

  

Sonstiges Zubehör


Neben Schläger und Bällen benötigt der Minigolf-Sportler eine Balltasche, einen Ballkoffer oder einen Ballcontainer, um die Bälle aufzubewahren.

Um die Bälle bei heiklen Bahnen auf eine optimale Temperatur zu kühlen oder zu erhitzen, verwenden die Spieler einen speziell für den Minigolf-Sport angefertigten Thermokoffer. Regelmässig muss aber nicht auf High-tech zurück gegriffen werden. Auch ein Wärmebeutel oder der Hosensack für das Wärmen von Bällen oder ein Kühlkübel, um den Ball kühl zu halten, genügt.

Schliesslich sind die Sportler für die Sauberkeit der Bahn selbst verantwortlich. Deshalb führen sie einen Besen mit sich oder reinigen die Bahn mit einem sauberen Tuch.

Bei regnerischen Temperaturen führen die Spieler einen Schaber mit, um das Wasser aus den Bahnen zu entfernen. Da Feuchtigkeit die Reaktion des Balles beim Banden- und Hindernisspiel beeinflusst, werden die Bahnen mit Tücher trocken gerieben. Regnet es auf der Runde, werden die heiklen Stellen mit Schirmen und Tüchern abgedeckt.

  

Was kostet Minigolf

Minigolf ist ein günstiges Freizeitvergnügen. Eine Einzelrunde kostet ca. Fr. 6.- für Erwachsene. Jugendliche, Lehrlinge und Studenten haben meist Ermässigungen. In diesem Preis ist die Miete für einen Anlageball und einen Schläger sowie eine Schreibkarte inbegriffen. Als Wettkampfsport betrieben kostet Minigolf etwas mehr. Ein Minigolfball kostet ca. 21 Franken (gute Occasionsbälle sind bereits ab Fr. 5.- zu haben), ein Schläger ca. 140.- Franken, ein Ballkoffer in der Grösse für 56 Bälle kostet ca. 170.- Franken. Die meisten Clubs sind bereit, Anfängern kostenlos leihweise Schläger und Bälle zur Verfügung zu stellen.

  

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Minigolfclub Willisau
Jörg Wiedemeier, Vizepräsident
Postfach
6130 Willisau

Tel. 041 920 21 45

 

 




   



 

 

 

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